Aktuelle Impulse

Bitte beachten!

Wiederaufnahme der gemeinsamen Abendmeditation im Kardinal Hengsbach Haus
ab Christi Himmelfahrt, Donnerstag, 21.05.2020
!

Bitte beachten Sie dringend die hier formulierten geltenden Regeln: DOWNLOAD

Für den Zazen-kai am 2. Juni (Dienstag nach Pfingsten) bitten wir dringend um Anmeldung im Büro – per E-Mail oder Telefon – mit den geplanten Anwesenheitszeiten.
Da nur eine bestimmte Anzahl Meditierender gleichzeitig anwesend sein darf, könnte ein spontaner Besuch des Zazen-kai zu Schwierigkeiten führen. Für den Zazen-kai gelten ansonsten auch die formulierten Regeln: DOWNLOAD

Bitte schauen Sie weiterhin regelmäßig – vor allem vor einer geplanten Teilnahme an einer unserer Meditationen –  auf unsere Homepage. Dort finden Sie rechtzeitig aktuelle Informationen sowie Hinweise zur Teilnahme in dieser besonderen, sensiblen Zeit.

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Pfingst-Sesshin

Es besteht die Möglichkeit, sich privat zu Hause am Pfingst-Sesshin mit Peter Sommer (Cloud of Transparency) zu beteiligen.
Näheres zu den angebotenen Optionen finden Sie hier: DOWNLOAD 

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Die Impulse der beiden Zenlehrer Guido Quinkert und Peter Sommer zu den Meditationen an den Dienstag- und Donnerstagabenden der letzten Zeit finden Sie weiterhin auf der Seite des jeweiligen Kursleiters. Nach Wiederaufnahme der Abendmeditationen im Zendo werden jeweils unregelmäßig neue Impulse hinzukommen.

Impulse aus dem Ostersesshin sind auf der Kursleiterseite von P. Paul zu finden.

Ostern geschieht

Ostern ist das Fest des Unmöglichen und des Unsichtbaren. Niemand hat es gesehen, was am Grab Jesu geschehen ist. Und niemand hat es für möglich gehalten, dass der Tod überwunden werden kann. Es ist ja nicht ein Verstorbener in sein früheres Leben zurückgekehrt; vielmehr ist der Gekreuzigte zu DEM Leben geworden, zum Leben aller und in allen.

Die Jünger hatten keinen Zweifel, dass Er es ist, der ihnen begegnete. Die Bibel spricht von „erscheinen“ – eine Weise der Begegnung, in der sie erst lernen müssen zu sehen, zu erkennen. Zunächst erkennen sie ihn nicht. Erst als er sie anspricht, mit ihnen das Brot bricht, da – so heißt es – gingen ihnen die Augen auf. Und auf einmal wussten sie ohne Zweifel: Er lebt.

Über 2000 Jahre später suchen wir auf dem Weg der Zen-Kontemplation nach diesem Leben, was nicht zu sehen ist, nicht in unsere Sinne fällt, nicht in unsere Vorstellungen passt – was jedoch ganz real ist. Wir blicken aus nach der Tiefe des Lebens, nach den Augenblicken, in denen uns die Augen aufgehen, in denen wir lernen zu sehen.

Wie die Jünger damals haben wir keine Ahnung davon, wie das sein wird, wie das geschehen kann. Und wie bei allem, was wir nicht wissen können, machen wir uns zumindest Vorstellungen darüber – dass es etwas Besonderes sein muss, dass es glückliche Umstände sein werden, dass alle unsere Wünsche in Erfüllung gehen, wenn es geschieht.
In der Stille lassen wir dann alle diese Vorstellungen vorbei ziehen, lassen das Vergangene hinter uns, trauen Gott das Unmögliche zu und überlassen es dem Leben, wie und wann es sich uns zeigen will.

Vielleicht sind es gerade die aktuellen Einschränkungen, die für uns ungewohnt sind, die uns am normalen Leben hindern, in denen wir uns so verletzlich vorkommen, mit denen wir noch nicht umgehen können – vielleicht ist gerade das jetzt die Zeit, sehend zu werden.

Oft sind es die kleinen, unscheinbaren Momente, in denen uns österliche Augen geschenkt werden. Das Brot teilen, eine Blume betrachten, Geschirr spülen, in der Begegnung eins werden – nichts Besonderes, das EINE Leben des Auferstandenen im Atem des Jetzt.

Diese Zeit des Umbruchs braucht Menschen, die dem Leben vertrauen, über den Tod hinaus. Dann können wir mutig die Chancen sehen, die das Neue uns bieten will. Weniger selbstsicher und egozentrisch, mehr vertrauend und solidarisch.

Ich wünsche uns, dass Ostern geschieht – mitten unter uns.
P. Paul

Fotos: Inge Hausen-Müller

Wach gerüttelt

Es ist uns vertraut: Beim abendlichen Mahnruf eines Sesshins steht der Assistent/die Assistentin im Eingang des Zendo und ruft: Seid wachsam! Jetzt aber ruft die ganze Welt: Seid wachsam! Bei vielen Menschen geht der Ruf unter die Haut, wirbelt Sicherheiten durcheinander, macht Planungen zunichte, rüttelt und schüttelt.
„Ich kenne mich nicht mehr aus, muss schauen, wohin der nächste Schritt führt, was rechts und links ist“, sagte mir jemand. Wie hineingedrückt, „gepusht“ ins „Nur Jetzt“.

Heute, da ich dies schreibe, ist der kirchliche Festtag „Maria Verkündigung“, 25. März – neun Monate vor Weihnachten. Maria erhält die Verheißung des Geistes, der in ihr Fleisch annehmen soll. Sie weiß nicht, wie ihr geschieht, wie das gehen soll. Von „Überschatten“ ist die Rede – gar nicht unähnlich dem, was wir heute „Schattenarbeit“ nennen. Zurückgeworfen auf uns selbst, schauen wir in den eigenen Spiegel – herausgefordert, uns anzunehmen, ganz und gar.

Wie ein roter Faden ziehen sich durch die Bibel Geschichten, in denen Gott Menschen ins Ungewisse sendet. Abraham, Mose, Elija, Jesus der Gekreuzigte, Paulus… Ohne doppelten Boden, ohne Rückfahrkarte. Glauben als Antwort auf diesen Ruf besteht darin,  den Ruf zu hören und die Ungewissheit auszuhalten.

Das ist nicht einfach, auch nicht in der jetzigen Situation: Es gibt so viele Versuche, wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen, die Sache wieder in den Griff zu bekommen. Zahllose Texte und Bilder fluten zurzeit das Netz, die, gut gemeint, helfen wollen – bis hin zu Vorstellungen, wie sich wohl unsere Welt „danach“ geändert haben wird. Bis hin auch zu der sich steigernden Abhängigkeit von stets neuen, aktuellen Informationen, wie sich die Krise weltweit entwickelt.

Wie wäre es stattdessen, in der Weite des „Ich weiß es nicht“ zu bleiben? Kann ich der Versuchung eines vermeintlich sicheren Wissens widerstehen, das sich vielleicht schon morgen als trügerisch erweist?
Die Devise ist: Stay at home, bleib zu Hause, „lebe innen“, wie eine Tageszeitung mehrdeutig titelte. Das heißt: Zuflucht nehmen, mich binden und verwurzeln in der Wirklichkeit, die bleibt und aus der heraus ein erneuertes menschliches, globales und solidarisches Bewusstsein werden will. Und in diesem Bewusstsein leben und handeln, immer wieder jetzt, jetzt, jetzt …

Mitten in dieser Zeit, am 20. März, ist Willigis Jäger gestorben. Gemeinsam mit P. Johannes war er Schüler von Yamada Roshi in Kamakura. Auch wenn sich ihre Wege trennten, P. Johannes sprach in Hochachtung von seiner Fähigkeit, Menschen in die Stille zur Erfahrung grenzenloser Weite zu führen, die wir als unendliche Liebe ansprechen. Unzählige Menschen vertrauten sich seiner Führung an. Sein Tod und seine Beisetzung in aller Stille sprechen zu Herzen. Wir sind verbunden mit der großen Gemeinschaft derer, die sein Werk fortsetzen.

Was also tun oder nicht tun? Vielleicht war es noch nie so wichtig wie heute, dass wir uns in die Stille setzen und uns dabei einander verbunden wissen. Gerade zu den Zeiten, in denen wir sonst miteinander meditieren, wird das Vertrauen, nicht allein zu sein, zu einer großen Hilfe: „… und schließen die ganze Schöpfung ein.“
Auch Gespräche sind wertvoll. Sollten Sie mit einem der Zen-Lehrer persönlichen Kontakt über Telefon aufnehmen wollen, melden Sie sich im Büro. Dort werden wir Ihnen gerne einen Termin vermitteln.

Von ganz besonderer Bedeutung wird in diesem Jahr das Oster-Sesshin sein. Wie können wir unter den gegebenen Umständen diese Mitte unseres christlichen Glaubens leben? Schon jetzt eine herzliche Einladung an alle, sich in den Tagen der Karwoche in die Stille zu begeben, je nach den Möglichkeiten der eigenen Situation. Wir werden auf dieser Seite noch Kernzeiten des Sitzens, Zugangswege zu Impulsen und Kontaktmöglichkeiten beschreiben. Wichtiger ist jedoch noch: Lassen wir zu, dass es geschieht in uns, dass wir uns dem Rütteln nicht widersetzen, nicht davor weglaufen. Dass wir doch neu sehen lernen – die grenzenlose Würde und Schönheit des Lebens mitten in der Verletzlichkeit und Gefährdung all dessen, was oft so „selbstverständlich“ scheint.

Bleiben wir – auf dem Weg!
P. Paul
prheinbay@pthv.de

Fotos Inge Hausen-Müller

Noch einmal neu beginnen

Nach ersten positiven Erfahrungen in der Meditation stellt sich oft die Frage: Wie integriere ich die Zeit der Stille in meinen Alltag? Wie finde ich zum „Täglichen“, das ohne Frage zu meinem Tagesablauf dazu gehört? Wie halte ich durch, wenn Trockenphasen kommen, wenn sich die gewünschten Effekte nicht einstellen wollen, wenn in meiner Lebensgeschichte Dinge geschehen, die mich ganz beanspruchen und das Gedankenkarussell Tag und Nacht antreiben? Wenn es so... Artikel ansehen

Ehre sei Gott in der Tiefe

Menschen stellen sich Gott in der Höhe vor, oben, im Himmel, weit weg, vollkommen, rein, allmächtig. Entsprechend sind oft auch die Gefühle vor dem Fest der Menschwerdung Gottes. Dass alle Probleme gelöst, Ungerechtigkeiten beseitigt werden, dass es im Kleinen und Großen doch wieder friedlich und harmonisch zugehen soll, dass die Träume der Kindheit endlich in Erfüllung gehen, dass die Sorgen und Nöte des Alltags wenigstens für ein paar Tage einmal... Artikel ansehen